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Körperimpulse

Somatische Stressregulation

Schlichte Impulse, um deinen Körper in die Entspannung einzuladen. Sie eignen sich hervorragend für eine Pause im Arbeitsalltag. Je öfter du sie praktizierst, desto schneller findet der Körper seinen Weg zurück in die Entspannung..


Schilfgras

Hier braucht es deine Vorstellungskraft zur Bewegung.

Stelle dir vor, du bist ein Schilfgras im Wind. Du wächst am Ufer eines schönen großen Teiches. Die Libellen fliegen um dich herum. Es surrt und plätschert vor sich hin. Es geht ein leichter, lauer Sommerwind.

Und du stehst einfach da und der wind bewegt dich. Ganz sanft, in alle möglichen Richtungen. Du fällst nicht um, weil du fest verwurzelt mit dem Boden bist.

Bewege dich gaaaaaanz leicht hin und her und bleibe mit der Vorstellung bei dem erfrischendem Bild von Wasser, Sonne, sanftem Wind und fröhlichem Gezwitscher.

Geh tief in die Vorstellung hinein, sie wirkt.

Wiegen

Für die Übung stelle dich hüftbreit hin. Nimm wahr, wie beide Füße den Boden berühren. Dann beginne dein dein Gewicht zu verlagern.

Gaaaaaaanz langsam von einem auf den anderen Fuß. Lasse eine sanfte, ruhige Pendelbewegung entstehen.

Halte die Augen vielleicht geschlossen. Spüre nach, was in deinem Körper geschieht.

Wir alle kennen das Wiegen aus alter Tradition für Babys und Kleinkinder. Die rhythmische Bewegung beruhigt unseren Hirnstamm, tief im Inneren des Gehirns.

Vertraue deinem Körper, probiere es aus.

Seufzen

Seufzen ist eine ganz normale und zugleich wunderbare Körperreaktion. dein Körper zeigt dir an, dass er dich runtersteuert.

Schenk ihm deine Wahrnehmung und lass es zu. Aha, ich schalte um.

Seufze aus vollem Herzen.

Solltest du die Meditationen ausprobieren, beginne mit einem oder zwei Seufzern.

Den Atemraum weiten

Die Stressreaktion macht uns eng. Der Atem wird flacher, die inneren Flüssigkeiten, wie etwa Blut oder Lymphe verdicken und können nicht mehr genügend fließen.

Das kannst du ändern. Stelle dich hüftbreit hin. Überkreuze deine Arme vor dem Körper.

Nimm dir Zeit, um anzukommen.

Mit deinem Einatem weite deine Arme, weich und fließend. Weite sie zur Seite hin aus. Dein Atemraum bekommt Weite. Der Atem kann fließen.

Deine Bewegung folgt dem Atem. Mit dem Ausatem führe deine Arme wieder vor der Brust zusammen.

Wenn du kannst, genieße diese Bewegung. Wiederhole sie einige Male.

Langsam, aufmerksam.

Der Boden trägt

Unser Körper kennt den Boden. Immer schon haben wir uns zum Schlafen auf die Erde gelegt.

Nutze diese lange Tradition und lege dich mal auf den Boden. Sei ganz dabei und spüre, wo du überall den Boden berührst. Vielleicht kannst du sogar mit den Handflächen den Boden etwas abtasten.

Gib dich ab, an den Boden. Er trägt.

Schau, wie lange du liegen bleiben möchtest, kannst.

Auch mit dieser Körperübung lädst du deinen Körper zur Entspannung ein.

Blick auf das Gute, Gelingende.

Im Arbeitsalltag, im Leben gibt es immer beides: das Anstrengende und das Gelingende. Das Schmerzhafte und das Schöne.

Von Natur aus ist unsere Biologie auf das Wahrnehmen von Gefahren ausgerichtet. Unser Körper will überleben.

Deshalb macht es einen Unterschied, wenn du beginnst dich ganz bewusst dem Gelingenden, dem Schönen zuzuwenden.

Studien zeigen, durch den Blick auf das Gelingende verändert sich sofort unsere Physiologie und unsere Stimmung. Überprüfe im Laufe des Tages, wo hälst du dich gedanklich auf? Mit welchen Themen hält sich das Team vorwiegend auf?

Der Blick auf das Gute unterscheidet sich vom positiven Denken. Er achtet die Herausforderungen und weiß um das Schmerzhafte. Es ist da.

Du lenkst nur, ganz bewusst, deinen Blick für eine Zeit auf das Gute. Hier schenkst du dir die Energie, die es in der Herausforderung, in der Krise braucht.

Coregulation

Stress ist ansteckend, Beruhigung auch.

Unser Nervensystem ist so angelegt, dass wir uns im Miteinander regulieren, sprich beruhigen können.

Wenn du nervös, aufgeregt oder verärgert bist, such dir eine Kollegin/ einen Kollegen die/der gerade in der Ruhe ist. Erzähl ihr/ihm kurz deine Verstörung. Lass sie/ihn einfach mit Aufmerksamkeit und Ruhe zuhören.

Steigert euch nicht gemeinsam hinein. Eine/r bleibt in der Ruhe und lässt sich nicht anstecken.

Hier wirkt, wie bei kleinen Kindern die Coregulation.

Eine wunderbare Einrichtung der Natur. Ein Team, dass um die hohe Wirkkraft von Coregulation weiß und sie bewusst nutzt, ist Gold wert.

Wir Menschen brauchen Menschen. Immer.

Bin ich noch grün?

Überprüfe im Laufe des Tages immer wieder deinen Stresslevel. Wo befindest du dich gerade auf deiner persönlichen Stressskala? Nimm dir einen Moment Zeit und spüre in deinen Körper hinein.

Auf einem Stressbarometer mit den Farben grün, gelb und rot, wo befindest du dich dort gerade?

Frage dich im Laufe des Tages, aber vor allem vor wichtigen Gesprächen:

„Bin ich noch grün?“

Oder bewege ich mich bereits im gelben oder sogar im roten Bereich?

Im grünen Bereich hast du Zugriff auf deine Ressourcen und Stärken, dein Körper ist wach und aufmerksam. Du bist resonanzfähig und kooperativ.

Im gelb/roten Bereich bereitet dich dein Körper auf Kampf oder Flucht vor. Deine Physiologie verändert sich, dein Verhalten auch.

Es lohnt sich vor allen wichtigen Gesprächen zu überprüfen, wie hoch dein Stresslevel ist.

 

Glückliches Schütteln

Glückliches Schütteln ist eine der schönsten Regulationsübungen. Sie kommt aus dem Qi Gong und ebenso aus dem Zapchen Somatics.

Stelle dich hüftbreit hin. Stelle dir vor unter deinen Fersen befindet sich eine weiche Unterlage, auf der du sanft schwingen kannst.

Beginne nun, die Fersen leicht anzuheben und wieder auf den Boden sinken zu lassen. Eine ganz kleine, feine Bewegung. Es entsteht ein sanftes, angenehmes Schütteln im Körper. Achte darauf, dass deine Knie schön weich bleiben.

Lade diese feine Bewegung ein sich auszubreiten – von den Füßen über die Beine bis in den Oberkörper und in die Schultern.

Schütteln ist eine wunderbare Möglichkeit, den Körper zu lockern und die Flüssigkeiten im Körper wieder in Bewegung zu bringen.

Mach es nur so lange, wie es sich gut anfühlt. Dann spür nach.

Gähnen

Gähnen ist sozial nicht so gut angesehen. Leider.

Dabei kommt ihm eine besondere Bedeutung zu: Es hilft uns, zu entspannen.

Deshalb meine Einladung: Gähne, wo immer du bist, und immer dann, wenn dein Körper danach verlangt. Unterdrücke dein Gähnen nicht.

Gähnen ist eine der effektivsten, schnellsten und einfachsten Möglichkeiten, Entspannung zu fördern. Es stärkt deine Aufmerksamkeit für deine Umgebung, versorgt dich mit Sauerstoff und entspannt dich.

Gähne bewusst, vielleicht sogar genussvoll.