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Autor: wamrhein

Mikro Momente der Verbindung

„Mikro Momente der Verbindung“ nennt Barbara Fredrickson (US amerikanische Psychologin) die Momente, in denen Menschen sich miteinander synchronisieren.

(Mikromonete der Positivitätsresonanz)

Diese Momente finden statt, wenn Sie ein aufrichtiges, gutes Gefühl mit einem anderen Lebewesen empfinden. Hierzu reicht ein ehrliches Anlächeln, ein aufrichtiges Zuhören, mitfühlende Aufmerksamkeit oder kurze Mitfreude bereits aus.

„Wenn Sie mit jemand anderem wirklich in Verbindung treten“, erklärt Fredrickson, „kommen ihr Herzrhythmus und ihre Biochemie in Einklang, sogar das Feuern der Neuronen synchronisiert sich. Hier geht es nicht nur um ihre eigene Gesundheit, denn wenn Sie mit anderen in Kontakt treten, wird nicht nur ihr Herz leicht stimuliert, sondern das ihres gegenübers auch.“

B. Fredrickson, Die Macht der Liebe. Ein neuer Blick auf das größte Gefühl. Campus, Frankfurt am Main, 2014

Wir haben in all unseren Zusammenkünften, auch in beruflichen Kontexten, die Möglichkeit diese Mikromomente der Verbindung herzustellen. In Mitarbeitergesprächen, im Willkommensgespräch, im Arzt-Patienten Gespräch oder in Schüler-Lehrer Situationen.

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Es sind diese kleinen achtsamen Momente, auf die es ankommt. Sie sind weitaus kraftvoller, als gemeinhin angenommen.

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Ich persönlich finde die Vorstellung von Mikro Momenten sehr entlastend und sehr menschlich. Wir können nicht permanent achtsam und aufmerksam sein, aber wir können ganz bewusst Momente der aufrichtigen Aufmerksamkeit schaffen.

Vielleicht mögen Sie mal die Seite wechseln. Stellen Sie sich ein Gespräch vor, in denen Sie als Patient, als Mitarbeiterin, als Schüler das Gefühl haben, ich bin für einen kurzen Moment gesehen worden. Wir alle kennen dieses Gefühl, wir spüren es sofort körperlich.

Und wir alle verlassen diese Gespräche, diese Begegnungen mit einem Gefühl der Verbindung, der Anbindung an diese andere Person, egal ob es ein Arzt, ein Lehrer oder eine Führungskraft war.

Diese kleinen Momente punkten nicht nur auf der körperlichen Ebene durch Synchronisation unserer Herzrhythmen sondern sie regulieren unseren Stresslevel, stimulieren unseren Vagusnerv und reduzieren unsere Entzündungswerte. Darüber hinaus sorgen sie auf der psychosozialen Ebene für Vertrauen, Loyalität und Motivation. Vielleicht sogar für Lust auf gesunde Leistung.

Warum nutzen wir dieses „Instrument der Verbindung“ so wenig?

In meinem Coaching als auch in meinen Fortbildungen begleite ich Fach- und Führungskräfte dabei, leichter in Verbindung zu kommen. Mit sich selbst und mit den Ihnen anvertrauten Menschen.

Geerdete Spiritualität

 

„Vielleicht ist das Paradies ja kein Ort ohne Schmerz, Gewalt und Leiden,

sondern ein Land des Mitgefühls.“

 

Richard Stiegler

www.seeleundsein.com

Corona-Stress ist Körper-Stress

Gestern fiel mir das Buch, Die Psyche in Zeiten der Corona-Krise, in die Hände. Herausgegeben von Robert Behring und Christiane Eichenberg im Verlag Klett-Cotta.

Ein sehr lesenswertes Buch. Mich hat vor allem das Kapitel: Corona-Stress ist Körper- Stress angesprochen.

Kurt und Reiner Mosetter veröffentlichen darin eine schöne und hilfreiche „Navigationshilfe“, wie sie es nennen, für Krisenzeiten:

Nichts Seelisches ist ohne Körper, nicht Körperliches ohne Seele.

Jetzt können Sie sagen, das wissen wir doch alle. Ja vielleicht und doch vergessen wir es immer wieder.

Unser inneres Schutzschild, das an unserem Überleben interessiert ist, arbeitet in Corona Zeiten auf Hochtouren. Unser Körper setzt seelischen Stress und Dauer-Angst, Masken Pflicht und Lockdows in spezifische Reaktionsmuster um.

In Kampf- und Fluchtreaktionen und zuweilen auch in Erstarrungsreaktionen.

Das heißt, der Ton wird rauer. Es kommt zu Gereiztheiten, zu mehr Streitigkeiten und Empfindlichkeiten. Es kommt zu Rückzügen und auch zu Gefühlen von großer Hilflosigkeit.

Vielleicht haben Sie in den letzten Wochen und Monaten auch einen Energiemangel oder mehr Erschöpfungssignale an sich selbst wahrgenommen. Das ist unserem Nervensystem und seiner Wachsamkeit geschuldet. Kein Zeichen von Krankheit, sondern eher von Gesundheit und ganz normal unter dieser Situation.

Das, was unser Körper in herausfordernden oder gefährlichen Situationen tut, er zieht sich zum Schutz zusammen. Dies wiederum hat deutliche Auswirkungen auf unser Befinden, auf unsere seelische Gestimmtheit.

„Die Körperhaltung und die neuromuskuläre Körper-Aktivität und -Anspannung beeinflussen und färben die Psyche. Sich-Beugen bedeutet und triggert „Gefahr“.“ K. und R. Mosetter

Deshalb empfehlen K. und R. Mosetter in ihrem Beitrag wunderbare Dehnungsübungen, Atemübungen und Aufrichtunsübungen für diese besondere Zeit.

Meine Empfehlung für gestresste Menschen lautet, erlauben Sie sich diese Übungen auch vor beginnenden Teamsitzungen, mit den Kindern, Schülern oder Klienten und vor allem für sich selbst.

Wer Freude an Bewegung und Dehnung zur Musik hat, der findet weitere Anregungen hierzu auch in meinem Blogbeitrag  „Weit werden, wenn´s eng wird“.

Entstressen kann auch leicht sein und Freude machen. Und die wünsche ich Ihnen dabei.

Gesunde Empathie

Empathie heißt die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Die meisten Menschen, die soziale, pädagogische oder pflegende Berufe einnehmen, besitzen viel von dieser Fähigkeit. Sie spüren, wie es dem anderen geht, was er braucht und oft auch, wie sie helfen können.

Und das ist gut so.

Empathie ist lebensnotwendig für uns Menschen. Aber manchmal haben wir zuviel davon. Dann verlieren wir uns im anderen und können dadurch nicht mehr hilfreich sein.

Wir müssen da sein, präsent sein, um hilfreich sein zu können.

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Gesunde Empathie erfordet, dass ich beim anderen sein kann und gleichzeitig bei mir. Wie kann das gehen?

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Sehr hilfreich dabei ist die Hinwendung zur eigenen Körperwahrnehmung.

Ich höre empathisch zu und überprüfe, ob ich mit meiner Wahrnehmung auch bei meinem Körper bleiben kann. Spüre ich mich noch?

Wo hat mein Körper Kontakt? Mit der Rückenlehne? Mit dem Boden? Mit der Armlehne?

Eine schöne Übung, die aus dem Neuro Yoga kommt, ist die Mitte Meditation. Üben Sie erst immer am „Beckenrand“, also allein für sich.

Versuchen Sie in der Vorstellung, über die Mitte des Kopfes einzuatmen, den Atem an der Wirbelsäule entlangströmen zu lassen und unterhalb des Bauchnabels auszuatmen. In Ihrem Tempo und ohne Anstrengung.

Erst wird es ungewohnt sein, bleiben Sie dran. Mehrmals täglich kurz die Wahrnehmung nach innen richten, und spüren.

Manchmal reicht auch nur der Kontakt, also die Vorstellung der eigenen Wirbelsäule, um gut bei sich zu bleiben.

Und dann probieren Sie es im Miteinander. Vielleicht erstmal mit Freunden und dann im beruflichen Kontext.

Im Kontakt, im Gespräch immer mal wieder für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit auf die eigene Wirbelsäule lenken.

Sich selbst immer wieder verloren zu gehen ist erschöpfend und eine mögliche Vorstufe zum Burn Out.

Bei sich selbst bleiben zu können, ermöglicht es Ihnen wirklich hilfreich zu sein. Sie können spiegeln und sind gleichzeitig Gegenüber. Ein großes Geschenk für Ihre Mitmenschen.

Probieren Sie es aus. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen.

Beziehungsqualitäten wirken.

Beziehungsqualitäten wirken. Sie schwächen oder sie stärken uns, sie beflügeln oder sie bedrücken uns.

Die zu uns selbst und die zu anderen.

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Wie wir Beziehung gestalten,

wie wir kommunizieren hat nicht nur Einfluß auf unser Gefühl von Wert und Würde, sondern stärkt oder schwächt auch unsere Leistungen-, unsere Motivation und darüber hinaus auch unser Hormon- und Immunsystem.

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Wir machen im Miteinander Physiologie.

Wer das nachlesen möchte, dem empfehle ich das bereits etwas ältere Buch von David Servan-Schreiber: Eine Neue Medizin der Emotionen.

Das heißt, wir können gemeinsam Gesundheit und Lernen fördern.  Und wenn wir uns mit Fehlzeiten beschäftigen, sollte unser Blick auch auf der Atmosphäre unserer Arbeitsstätte liegen. Es sind die Beziehungen, die die Atmosphäre machen.

Und glauben Sie mir, wir nehmen sie alle wahr. Ob wir eine Schule besuchen, eine Kita oder eine Arztpraxis.

Weiterhin wird die Wirksamkeit von Beziehungsqualitäten leider unterschätzt. Oftmals höre ich im Coaching den Satz, ich war doch nur da. Ich habe gar nichts gemacht, nur zugehört.

Wie wunderbar, kann ich da nur sagen. Hier findet gegenseitige Regulierung statt.

Beziehungsqualitäten wirken ebenso real wie ein Medikament.

Darüber hinaus haben unsere Beziehungsqualiten immer etwas mit unserem Nervensystem zu tun. Erst wenn unser Nervensystem den Eindruck hat, dass wir in Sicherheit sind, reguliert es uns in einen beruhigten Zustand. In diesem beruhigten Zustand (soziales Nervensystem) kommen wir in die Präsenz und haben Kontakt zu so wesentlichen Qualitäten wie Mitgefühl, Wertschätzung, Fürsorge und Klarheit. (Polyvagal Theorie)

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Das Besondere an diesen Qualitäten ist, sie stärken beide Seiten. Den, der gibt und den, der nimmt.

Eine klassische Win-Win Situation.

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Eines meiner Hauptanliegen, im Coaching als auch in meinen Fortbildungen, ist es Beziehungsberufler zu stärken. Das geht nicht, ohne ihnen das Vermögen ihres eigenen Nervensystems und den damit verbundenen Beziehungsqualitäten ans Herz zu legen.

Und das tue ich gern.

Ruhiger werden mit Musik.

Sie sind im Moment so nervös? Ihre bewährten Beruhigungsstrategien helfen gerade nicht? Dann versuchen Sie es doch mal mit einer ganz besonderen Art der Beruhigung.

Als erstes suchen Sie sich Musik, bei der Sie spüren, das sie Ihr Nervensystem beruhigt. Für viele Menschen ist das ruhige Klaviermusik oder Gitarrenmusik. Aber es kann ganz unterschiedlich sein.

Wichtig ist, dass Sie spüren, ihr Nervensystem beruhigt sich dabei. Sie merken das an der Vertiefung Ihres Atems, an der Weite im Brustkorb oder an der Beruhigung des Herzschlages.

Dann erstellen Sie sich eine Playlist, nur mit diesen Songs. Geben Sie der Playlist einen Namen und hören Sie die Musik, am besten über Kopfhörer, mehrmals täglich.

Und genau wie bei der Meditation ist es gut das Nervensystem an diese Form der Beruhigung zu gewöhnen. Jeweils 10 Minuten reichen aus.

Probieren Sie es aus.

Momente des Gelingens

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Manchmal geht man nach einem Arbeitstag nach Hause, ist unzufrieden und frustriert. Es scheint, als hätte an diesem Tag nichts geklappt.

Lassen Sie uns nochmal ganz genau schauen.

Mitten im Stress, in der Funktion sind wir nur auf das ausgerichtet, was wir schaffen wollen oder müssen. Die Dinge, die am Wegesrand liegen, bleiben ungesehen. Was für eine Verschwendung.

Hier hilft es immer mal wieder innezuhalten. Nur einen kurzen Moment. Und den Blick wieder zu weiten.

War da nicht ein wohlwollendes Lächeln? Ach dieses nette Kind, ja. Hat da nicht meine Kollegin, ein freundliches Wort für mich gehabt? Gerade das Elterngespräch, da hab ich richtig gute Arbeit gemacht.

Hier sind sie die gelingenden Momente. Immer etwas vernachlässigt. Aber dann gern gesehen.

Was ist mir heute gelungen? Was ist im Miteinander gelungen?

Lassen Sie sie nicht einfach nur Vorüberziehen, sondern genießen Sie sie. Verweilen Sie etwas bei diesen Momenten, bis sich ein Gefühl dazu einstellt, ein Lächeln entsteht und auch der Körper mit gesunden Botenstoffen reagieren kann.

Es gibt Menschen, die sind unterwegs und suchen Pokemons. Vielleicht suchen und sammeln Sie demnächst diese kleinen gesunden Momente des Gelingens.

Vielleicht haben Sie auch Lust auf eine Landkarte des Gelingens. Diese lädt zur Wertschätzung der gemeinsamen Arbeit im Team ein. Ein großes Blatt Papier, auf das jeder seinen Moment eintragen kann.

Gerade jetzt. Mitten in den Herausforderungen. Nehmen Sie sich die Zeit.

Und teilen Sie mit mir oder Ihren Kollegen/Innen. Weißt du, was heute schön war …

Viel Spaß dabei.

 

Kostbarkeiten sammeln

Bevor ich angefangen habe zu schreiben, habe ich einen Blick auf das Wort kostbar geworfen. Es wird gleichgesetzt mit Worten, wie edel, rar, selten, unbezahlbar oder unschätzbar.

Kostbar ist zudem ein weniger gebräuchliches Wort, wenn es um menschliches Erleben geht. Wir benutzen es eher in Bezug auf Schmuckstücke , Autos oder Wertgegenstände.

Und doch habe ich in den letzten Tagen, unter Corona, mein Empfinden für Kostbarkeiten verfeinern können. Ich habe ein Zimmer mit Blick in den Garten. Hier findet mein Home Office statt. Und häufig habe ich, in den letzten Tagen, das Gefühl unschätzbar reich zu sein. Ich kann arbeiten und in einen wunderbaren Kirschbaum schauen. Ich kann den Vögeln bei ihrer Geselligkeit zuschauen. Ich sehe, wie die Sonne am Nachmittag durch die Blätter bricht.

Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten? Ja und doch, bin ich zutiefst beeindruckt, wie die „Corona-Verlangsamung“ in mir wirkt. Sicher, ich entbehre Vieles. Die Unbekümmertheit, die Unbedarftheit im Umgang mit andern Menschen.

Und doch komme ich wieder in Kontakt mit Qualitäten, wie Kostbarkeiten. Ich bin zurückgerufen worden in den Moment zu kommen. Und dann entstehen sie, die Kostbarkeiten. Sie tauchen, sie blitzen auf.

Wie kostbar, schreiben zu können, ein warmes Wasser am Morgen, der erste wohlduftende Kaffee, der erste Blick in den Garten.

Wie kostbar, mein Atem ist, wenn ich bedenke, was Corona anrichten kann.

Alles nicht selbstverständlich, sondern Geschenke des Lebens. Kostbarkeiten eben.

Ein Blick aus dem Nachbargarten. Ja, wir sind gesund. Der Besuch bei den alten Eltern. Nach langer Zeit, ganz vorsichtig. Auf einmal eine Kostbarkeit, ein Schatz. Etwas, was man noch mehr zu schätzen lernt.

Vieles im Leben ist nicht selbstverständlich. Das wird mir mehr als deutlich in dieser Zeit.

Meine Coping Strategie unter Corona ist es, auf die Suche zu gehen, nach den Geschenken, nach den Kostbarkeiten des Miteinanders, nach den Kostbarkeiten des Lebens.

Mir hilft es, ruhig zu bleiben, in meiner Kraft zu bleiben. Ich tanke immer mal wieder auf, an diesen Kostbarkeiten.

Was sind die Kostbarkeiten in Ihrem Leben?

Es gibt keine gelingenden Beziehungen, aber gelingende Momente!

Ich spreche in meiner Arbeit immer von gelingenden Beziehungsmomenten, nicht von gelingenden Beziehungen. Das hört sich vielleicht merkwürdig an.

Es gibt keine Beziehung, in der nicht auch Missverständnisse auftauchen. Von Anfang an. Beginnend bei unseren ganz frühen Beziehungen.

Selbst in diesen frühesten Jahren, zwischen Mutter und Kind gibt es Missverständnisse in den Feinabstimmungen. Und, wenn es gut läuft, werden sie von den beiden Hauptakteuren immer wieder behoben. Es findet nach einem Missverständnis, nach einer Fehleinstimmung immer wieder eine gegenseitige Zuwendung statt.

Es geht weiter, neuer Versuch, neue Chance. Und Freude entsteht, wenn es diesmal gelingt.

„Fehler“ sind erlaubt. Puh. Sie gehören sozusagen zu unserer Biologie und die Versöhnung auch.

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Und das ist es auch, was in beruflichen Kontexten zählt.

Erlauben wir uns Fehler, erlauben wir uns Missverständnisse. Und bemühen wir uns, um neue gelingende Momente im Miteinander.

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Wie können Sie denn gelingen, diese  Momente in Beziehung?

Die meisten von uns haben hierzu von der Natur einen guten Werkzeugkoffer mit auf die Reise bekommen. Wenn nicht, gilt es nachzuarbeiten. Wertschätzung gehört dazu, Mitgefühl, Akzeptanz und Gelassenheit auch. Und die Fähigkeit, das Gute in uns selbst und im Anderen zu erkennen.

Das wichtigste Instrument aber ist unser Nervensystem.

Bin ich überhaupt offen für ein Gespräch? Bin ich im Kontakt mit mir? Bin ich in der Ruhe?

Selbstführung heisst, genau hierfür eine feine Wahrnehmung zu entwickeln. Unser Nervensystem gibt uns hierzu über den Körper verlässliche Hinweise.

Wollen wir uns einander zuwenden, dann brauchen wir ein Nervensystem, das beruhigt ist, das sich sozusagen im grünen Bereich befinden. Bemerken tun Sie das an Ihrer Atmung, an der Weite im Brustkorb, an Ihrem Blick, an einem gelassenen, milden Gefühl.

Der grüne, sprich der beruhigte Bereich ist Ihr Boden für eine neue Begegnung. Die andere Seite des grünen Bereichs ist der rote Bereich. Hier befindet sich unser Nervensystem im Kampf- und Fluchtmodus. Wir sind von der Biologie auf Überleben eingestellt. Keine gute Grundlage für wesentliche Gespräche. Auch diesen Bereich erkennen Sie an Ihren Körpersignalen.

Selbstführung heisst, zu lernen sich selbst nicht nur wahrzunehmen, sondern auch regulieren zu können. Und über geeignete Werkzeuge hierzu zu verfügen.

Dies gilt ganz besonders in Zeiten von Corona.

Je mehr Sie in der Lage sind durch eigene „Führung“ im grünen Bereich zu bleiben, um so besser für Ihre Gespräche, für das Miteinander. Im grünen Bereich haben Sie Kontakt zu Ihrem Herzen und zu Ihren Ressourcen. Von hier aus können Sie neue, kreative Lösungen im Miteinander finden.

Von hier aus ist ein gelingender Beziehungsmoment möglich. Von hier aus, nehmen Sie sich selbst wahr und Ihr Gegenüber auch. Sie haben jetzt alle Voraussetzungen um professionell, wertschätzend als auch verbindend zu interagieren.

Lassen Sie mich noch kurz erwähnen. Es braucht Übung, um mitzubekommen, in welchem Bereich des Nervensystems wir uns gerade befinden. Es ist eine wirkliche Wahrnehmungsschulung. Und nicht nur das.

Wir kommen über das Verständnis unserer eigenen Biologie, uns selbst ein Stück weit näher. Wir entdecken vielleicht, Wohlbefinden und Wohlwollen mit uns und für uns selbst, immer wieder neu.

Die beste Basis für gelingende Momente im Miteinander. Mitten im Arbeitskontext.

Weit werden, wenn´s eng wird.

Foto: daniel heche auf pixabay

Gestern Abend habe ich mir, nach einem anstrengenden Arbeitstag, erlaubt zu tanzen. Nicht allein, sondern mit vielen anderen verbunden. Allerdings über das Netz, sprich online. Ermöglicht hat das alles, Edgar Spieker mit „soul motion“. Vielen Dank dafür.

Und mein Tanzen hat mich angeregt diesen Artikel zu schreiben. Gerne möchte ich teilen, was mir so wohl getan hat. Ich arbeite in meinem Coaching und in meinen Fortbildungen immer auch über den Körper. Mich selbst erinnern und führen zu lassen, hat mich gestern Abend lebendig und leicht werden lassen.

Es scheint ja, als wäre Corona überall. Eine nicht zu fassende Bedrohung. Diese nicht einschätzbare Bedrohung macht uns ängstlich, bedrückt und löst Gefühle von Hilflosigkeit aus..

Unser Nervensystem arbeitet seit Wochen unaufhaltsam und meistens im Überlebens-, im Stressmodus. Ganz gelegentlich kommen wir vielleicht, mitten im geschützten Garten, in einen beruhigten Modus.

Stress macht uns eng, im Körper als auch im Denken und Fühlen. Vielleicht spüren Sie das körperlich an der Enge im Brustkorb, die Sie schlechter atmen lässt, an Verspannungen oder zunehmenden Kopfschmerzen.

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Eine Möglichkeit, diese innere Enge aufzulösen, ist ganz bewusst mit dem Körper in die Weite zu gehen. Ihn einzuladen. Uns einzuladen. Ihn und uns ins Wohlbefinden einzuladen.

Und ich verspreche Ihnen, Ihr Körper macht gerne mit.

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Fangen wir an:

Wenn Sie mögen, machen Sie sich leichte Hintergrundmusik an.

Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie gut stehen können. Beide Füße haben Bodenkontakt. Beginnen Sie den Boden mit den Füßen wahrzunehmen. Bewegen Sie die Füße, streifen Sie über den Boden. Da ist er, der Halt.

Als Nächstes können Sie den Körper einladen weicher zu werden. Sie stehen gut, sind geerdet und weich in den Knien und beginnen mit kleinen Schüttelbewegungen. Die Schüttelbewegungen dürfen sich im ganzen Körper ausbreiten. In den Knien, den Beinen, dem Becken, dem Bauch, dem Brustkorb, Schultern und dem Kopf.

Eine Weile lang und dann zur Ruhe kommen. Wahrnehmen, was hat sich verändert in der Atmung, im Körper?

Dann laden Sie Ihren Körper ein sich zu dehnen und zu strecken. Eine Musik, die sich dazu eignet: Angele Dubeau, autumn music oder auch Salento von Rene Aubry.

Weich, langsam und bewusst. Wie ist das, wenn Sie gut verwurzelt mit der Erde mit den Fingerspitzen in die Weite greifen, in alle möglichen Richtungen. Geben Sie Ihrem Herzen Raum. Schaffen Sie Platz für die Bewegungen Ihres Zwerchfells.

Und dann wieder eng werden, sich selber mal in den Arm nehmen und halten. Wahrnehmen. Genießen. Ich bin gehalten. In diesem Moment. Von mir und allem, was trägt.

Und dann wieder in die Weite ziehen. Mit den Armen, mit den Füßen.

Nehmen Sie die Bewegung bewusst wahr, bleiben Sie bei dem Körperempfinden, bleiben Sie bei sich. Schließen Sie mit einer Bewegung ab, mit einer Geste vielleicht. Eine Geste, die Sie mit in den Tag nehmen können, die Sie mit Zuversicht, Hoffnung und Sicherheit erfüllt. Eine Geste, die Ihr Nervensystem lieben wird, weil sie beruhigend wirkt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Freude beim Experimentieren. Freude braucht Raum, Freude braucht Weite und Freude liebt es geteilt zu werden. Deshalb freue ich mich über Ihre Rückmeldungen.