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Autor: wamrhein

Den Atemraum weiten

Die Stressreaktion macht uns eng. Der Atem wird flacher, die inneren Flüssigkeiten, wie etwa Blut oder Lymphe verdicken und können nicht mehr genügend fließen.

Das kannst du ändern. Stelle dich hüftbreit hin. Überkreuze deine Arme vor dem Körper.

Nimm dir Zeit, um anzukommen.

Mit deinem Einatem weite deine Arme, weich und fließend. Weite sie zur Seite hin aus. Dein Atemraum bekommt Weite. Der Atem kann fließen.

Deine Bewegung folgt dem Atem. Mit dem Ausatem führe deine Arme wieder vor der Brust zusammen.

Wenn du kannst, genieße diese Bewegung. Wiederhole sie einige Male.

Langsam, aufmerksam.

Der Boden trägt

Unser Körper kennt den Boden. Immer schon haben wir uns zum Schlafen auf die Erde gelegt.

Nutze diese lange Tradition und lege dich mal auf den Boden. Sei ganz dabei und spüre, wo du überall den Boden berührst. Vielleicht kannst du sogar mit den Handflächen den Boden etwas abtasten.

Gib dich ab, an den Boden. Er trägt.

Schau, wie lange du liegen bleiben möchtest, kannst.

Auch mit dieser Körperübung lädst du deinen Körper zur Entspannung ein.

Blick auf das Gute, Gelingende.

Im Arbeitsalltag, im Leben gibt es immer beides: das Anstrengende und das Gelingende. Das Schmerzhafte und das Schöne.

Von Natur aus ist unsere Biologie auf das Wahrnehmen von Gefahren ausgerichtet. Unser Körper will überleben.

Deshalb macht es einen Unterschied, wenn du beginnst dich ganz bewusst dem Gelingenden, dem Schönen zuzuwenden.

Studien zeigen, durch den Blick auf das Gelingende verändert sich sofort unsere Physiologie und unsere Stimmung. Überprüfe im Laufe des Tages, wo hälst du dich gedanklich auf? Mit welchen Themen hält sich das Team vorwiegend auf?

Der Blick auf das Gute unterscheidet sich vom positiven Denken. Er achtet die Herausforderungen und weiß um das Schmerzhafte. Es ist da.

Du lenkst nur, ganz bewusst, deinen Blick für eine Zeit auf das Gute. Hier schenkst du dir die Energie, die es in der Herausforderung, in der Krise braucht.

Coregulation

Stress ist ansteckend, Beruhigung auch.

Unser Nervensystem ist so angelegt, dass wir uns im Miteinander regulieren, sprich beruhigen können.

Wenn du nervös, aufgeregt oder verärgert bist, such dir eine Kollegin/ einen Kollegen die/der gerade in der Ruhe ist. Erzähl ihr/ihm kurz deine Verstörung. Lass sie/ihn einfach mit Aufmerksamkeit und Ruhe zuhören.

Steigert euch nicht gemeinsam hinein. Eine/r bleibt in der Ruhe und lässt sich nicht anstecken.

Hier wirkt, wie bei kleinen Kindern die Coregulation.

Eine wunderbare Einrichtung der Natur. Ein Team, dass um die hohe Wirkkraft von Coregulation weiß und sie bewusst nutzt, ist Gold wert.

Wir Menschen brauchen Menschen. Immer.

Bin ich noch grün?

Überprüfe im Laufe des Tages immer wieder deinen Stresslevel. Wo befindest du dich gerade auf deiner persönlichen Stressskala? Nimm dir einen Moment Zeit und spüre in deinen Körper hinein.

Auf einem Stressbarometer mit den Farben grün, gelb und rot, wo befindest du dich dort gerade?

Frage dich im Laufe des Tages, aber vor allem vor wichtigen Gesprächen:

„Bin ich noch grün?“

Oder bewege ich mich bereits im gelben oder sogar im roten Bereich?

Im grünen Bereich hast du Zugriff auf deine Ressourcen und Stärken, dein Körper ist wach und aufmerksam. Du bist resonanzfähig und kooperativ.

Im gelb/roten Bereich bereitet dich dein Körper auf Kampf oder Flucht vor. Deine Physiologie verändert sich, dein Verhalten auch.

Es lohnt sich vor allen wichtigen Gesprächen zu überprüfen, wie hoch dein Stresslevel ist.

 

Glückliches Schütteln

Glückliches Schütteln ist eine der schönsten Regulationsübungen. Sie kommt aus dem Qi Gong und ebenso aus dem Zapchen Somatics.

Stelle dich hüftbreit hin. Stelle dir vor unter deinen Fersen befindet sich eine weiche Unterlage, auf der du sanft schwingen kannst.

Beginne nun, die Fersen leicht anzuheben und wieder auf den Boden sinken zu lassen. Eine ganz kleine, feine Bewegung. Es entsteht ein sanftes, angenehmes Schütteln im Körper. Achte darauf, dass deine Knie schön weich bleiben.

Lade diese feine Bewegung ein sich auszubreiten – von den Füßen über die Beine bis in den Oberkörper und in die Schultern.

Schütteln ist eine wunderbare Möglichkeit, den Körper zu lockern und die Flüssigkeiten im Körper wieder in Bewegung zu bringen.

Mach es nur so lange, wie es sich gut anfühlt. Dann spür nach.

Gähnen

Gähnen ist sozial nicht so gut angesehen. Leider.

Dabei kommt ihm eine besondere Bedeutung zu: Es hilft uns, zu entspannen.

Deshalb meine Einladung: Gähne, wo immer du bist, und immer dann, wenn dein Körper danach verlangt. Unterdrücke dein Gähnen nicht.

Gähnen ist eine der effektivsten, schnellsten und einfachsten Möglichkeiten, Entspannung zu fördern. Es stärkt deine Aufmerksamkeit für deine Umgebung, versorgt dich mit Sauerstoff und entspannt dich.

Gähne bewusst, vielleicht sogar genussvoll.

Professionelle Selbstfürsorge

„Heute geh ich mich mal besuchen. Mal sehen, ob ich zuhause bin?“ Karl Valentin

Menschen in pädagogischen, therapeutischen und helfenden Berufen schenken täglich Aufmerksamkeit, Geduld, Mitgefühl und Zeit.  Dabei gerät oft ein Mensch aus dem Blick: sie selbst.

Viele Fachkräfte funktionieren lange, bis Körper und Psyche zeigen: So geht es nicht weiter. Professionelle Selbstfürsorge ist mehr als Entspannung, sie ist eine bewusste Haltung, sich selbst ebenso ernst zu nehmen, wie die Menschen, die man begleitet.

Die Toolbox der Selbstfürsorge:

• Das Ich im Blick
• Eigene Grenzen achten
• Für Unterbrechungen sorgen
• Sicherheit schaffen
• Spannungen abbauen
• Selbstfürsorgeverhinderer

In der Erfinderwerkstatt entwickeln Sie Vorschläge für Ihre Kita. Denn Selbstfürsorge wirkt dort am stärksten, wo sie gemeinsam gelebt wird.

Impulsvorträge, Zeit und Raum zur Selbst-Reflexion und gemeinsames Lernen in der Gruppe, stressregulierende Angebote, Körperübungen.

Kleiner Traumakompass

Die Fortbildung will Ihnen Hintergrundwissen zum Thema Trauma vermitteln und Handlungsmöglichkeiten eröffnen, so dass Sie sich sicherer, im Umgang mit ungewöhnlichem Verhalten fühlen können.

Inhalte dieser Fortbildung:

• Trauma ist Biologie
• Schock oder Bindungstrauma
• Trauma wirkt in Beziehung
• Sicherheit anbieten lernen
• Stabilisierende Angebote
• Wirkungen im Traumaviereck
• Häschen/Denker Modell zur Erklärung für Kinder, für Eltern.

Sie vermuten ein Trauma? Sprechen Sie darüber. Sorgen Sie für Abklärung und besonders für professionelle Hilfe.

Impulsvorträge, Selbstreflektion und vertiefender Austausch in Gruppen, Körper-, Bewegungs- und Stabilisierungsübungen, Journaling